Aktuelle Ergebnisse des Österreichischen Arbeitsklima Index

Der Österreichische Arbeitsklima Index misst und beschreibt seit 22 Jahren vierteljährlich die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen aus Sicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Er wird von SORA und IFES im Auftrag der AK Oberösterreich erhoben.


Sieben von zehn Beschäftigten in Österreich arbeiten in einem Job, der ihrer Ausbildung und ihrem höchsten abgeschlossenen Qualifikationsniveau entspricht, dh, ein Drittel ist über- oder unterqualifiziert. Vor allem Überqualifizierte sind häufig unzufrieden in ihrem Job und wollen deutlich häufiger die Firma oder sogar den Beruf wechseln als andere Beschäftigte.

Besonders unzufrieden sind Überqualifizierte mit den Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Nur ein Viertel der Überqualifizierten mit Lehrabschluss, die zumeist in einfachen Hilfsarbeiterjobs arbeiten, ist damit zufrieden. Im Durchschnitt aller Beschäftigten in Österreich sind es mehr als 60 %.

Näher betrachtet wurden bei der aktuellen Auswertung auch die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Beschäftigten und ihre Arbeitsplätze. 30 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich sagen, dass sich ihr Arbeitsplatz in den vergangenen fünf Jahren durch den technischen Fortschritt und die Digitalisierung verändert hat. Ein Drittel meint, dass die Zahl der Arbeitsplätze zurückgegangen ist. Vier von zehn befürchten, dass in Zukunft noch mehr Jobs verloren gehen. Etwa gleich viele sagen, dass sich ihr eigener Arbeitsplatz verändern wird. Ein Viertel erwartet zusätzliche Belastungen, knapp die Hälfte rechnet auch mit Erleichterungen.

Als negative Auswirkungen werden von jeweils 40 % die zunehmende Überwachung und Kontrolle am Arbeitsplatz und die technische Überforderung von älteren Beschäftigten gesehen. Mehr als die Hälfte geht davon aus, dass es in Zukunft nötig sein wird, ständig Neues zu lernen, um den Beruf weiter ausüben zu können. Deutlich mehr als die Hälfte glaubt, dass es zunehmend schwieriger wird, eine klare Grenze zwischen Job und Privatleben ziehen zu können. Das spüren jetzt schon jene, die über ein Diensthandy oder einen Firmenlaptop jederzeit für den Arbeitgeber erreichbar sind. Sie arbeiten auch in der Freizeit, im Urlaub oder im Krankenstand weiter. 60 % leiden unter Zeitdruck, 45 % unter ständigem Arbeitsdruck ohne Zeit zum Verschnaufen.

Auch die Situation von Berufsfahrern wurde diesmal näher untersucht. 95 % von ihnen sind männlich, mehr als die Hälfte ist über 45 Jahre alt. Sieben von zehn Berufsfahrern haben einen Lehrabschluss. Im Vergleich zu anderen Beschäftigten leiden sie überdurchschnittlich unter Zeitdruck (33 %), Unfall- und Verletzungsgefahr (25 %), ständigem Arbeitsdruck (24 %) und Isolation (11 %). Fast 90 % müssen Überstunden machen.

Zur Pressemitteilung der Arbeiterkammer Oberösterreich.

Zum Arbeitsklima Index: ooe.arbeiterkammer.at/arbeitsklima