BFG: Unterhaltspflicht bei auswärtiger Berufsausbildung, Studienwechsel und langer Studiendauer

Der Sohn der Beschwerdeführerin studierte von 1996/1997 Biologie am Studienort 1. Ab dem Wintersemester 1997 studierte er am Studienort 2 das Diplomstudium Petroleum Engineering. Die durchschnittliche Studiendauer dieses Studiums betrug 2005/2006 13,9 Semester. Nach dem Präsenzdienst (11/2004 bis 07/2005) begann er weiters mit dem Bachelorstudium Industrielogistik. Im Jahr 2006 absolvierte er Prüfungen im Ausmaß von drei Semesterstunden im Petroleum Engineering bzw dem Nachfolgestudium Bachelor/Masterstudium International Study Program in Petroleum Engineering sowie 24 Semesterstunden in der Industrielogistik. Der Sohn hat (bis 2006) nicht einmal die erste Diplomprüfung des Diplomstudiums Petroleum Engineering absolviert. Das Studium der Industrielogistik schloss der Sohn 2015 mit dem Bachelor und 2018 mit dem Master ab.

Dem Sohn der Beschwerdeführerin war ein Studienwechsel nach dem ersten Jahr zuzubilligen. Zumal die durchschnittliche Studiendauer des Diplomstudiums Petroleum Engineering 13,9 Semester betragen hat, war die Unterhaltspflicht der Eltern mit Ablauf des Sommersemesters 2004 beendet.

Ein „Wechsel“ auf das Studium der Industrielogistik lag nicht vor. Selbst bei Annahme eines Wechsels vermögen die 24 Semesterstunden nicht zu einem Aufleben der Unterhaltspflicht zu führen.


Entscheidung: BFG 8. 1. 2019, RV/2100671/2013 (Revision nicht zugelassen).


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