Direktvorschreibung KESt beim Gesellschafter

Nach ständiger Rechtsprechung des VwGH sind die einer Kapitalgesellschaft zugerechneten Mehrgewinne, die im Betriebsvermögen der Kapitalgesellschaft keinen Niederschlag gefunden haben, in der Regel als den Gesellschaftern als verdeckte Ausschüttungen zugeflossen anzusehen.

Die Vorschreibung der KESt an den Gesellschafter liegt im Ermessen der Abgabenbehörde. Ist die Gesellschaft wie im vorliegenden Fall zum Zeitpunkt der KESt-Festsetzung insolvent, so spricht die Ermessensübung jedenfalls für die Direktvorschreibung beim Gesellschafter (Jakom/Marschner, EStG[2011] § 95 Rz 38).

Dem Vorbringen, der Beschwerdeführer habe durch eine Vermögensdeckungsrechnung den Beweis erbringen können, verdeckte Ausschüttungen zur Finanzierung seiner Lebensführung nicht nötig gehabt zu haben, kommt vor dem Hintergrund der höchstgerichtlichen Rechtsprechung keine Relevanz zu.


Entscheidung: BFG 7. 1. 2019, RV/3100167/2013 (Revision nicht zulässig).


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