Keine erhebliche Gefährdung des Kindeswohls durch die allgemeine Situation in der Türkei seit dem Putschversuch

Soweit der Revisionsrekurs eine erhebliche Gefährdung des Kindes im Sinne des Art 13 lit b HKÜ aufgrund der politischen und rechtlichen Entwicklungen in der Türkei seit dem Putschversuch am 15. 7. 2016 erblickt, ist dem entgegenzuhalten, dass die Person, die sich der Rückgabe widersetzt, die volle Behauptungs- und Beweislast für das Vorliegen von Rückführungshindernissen trägt. Konkrete Hinweise auf eine Gefährdung des Kindeswohls im Falle der Rückkehr vermag der Revisionsrekurs nicht aufzuzeigen. Dass der Minderjährige in der Türkei zum Nachspielen des Putschversuchs in Form einer Theaterinszenierung gezwungen werden würde, legt der Vater nicht konkret dar, sondern behauptet solche Theaterinszenierungen nur allgemein in Bezug auf Schulen in der Türkei. Dieser Hinweis vermag die dem Vater obliegende Behauptungs- und Beweislast für das Vorliegen eines Rückführungshindernisses nicht zu ersetzen. Auch nach der Rechtsprechung des EGMR müssen die nationalen Gerichte im Rahmen der Überprüfung eines Rückstellungsantrags nur plausibles Vorbringen zu einer schwerwiegenden Gefährdung entsprechend würdigen. Derartige plausible Bedenken vermag der Revisionsrekurs aber nicht darzutun (OGH 31. 1. 2018, 6 Ob 15/18a).