Sozialausgaben erreichten 2017 neuen Rekordstand

(OTS) – Im vergangenen Jahr wurden in Österreich für Soziales und Gesundheit rund 110 Mrd Euro ausgegeben. Die sogenannte Sozialquote (sie misst den Anteil der Sozialausgaben an der Wirtschaftsleistung) liegt damit laut Statistik Austria bei 29,5 %. Etwas weniger als die Hälfte davon, nämlich 52,3 Mrd Euro, wurden alleine für Pensionsleistungen (inklusive Beamte) aufgewendet. Ein Überblick seit 1980 zeigt, dass die Sozialquote in Österreich stets über 25 % gelegen ist. 2016 überschritt der Anteil der Sozialausgaben an der Wirtschaftsleistung erstmals die 30 %-Marke. Die Sozialquote ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr nur aufgrund der guten Wirtschaftslage leicht gesunken. Besonders dynamisch sind die Sozialausgaben 2017 in den Bereichen Gesundheitsversorgung (+4,4 %) und Alter/Pensionen (+2,7 %) gestiegen. Diese Entwicklung zeigt, dass Österreich nach wie vor eine Pensionsreform wie in Schweden braucht, so Wolfgang Nagl, Pensionsexperte der Agenda Austria. Das schwedische System ist nachhaltig, weil es sich automatisch an demografische Entwicklungen anpasst, sodass langwierige politische Diskussionen nicht mehr nötig sind und das Ergebnis für alle Generationen fair ist. Das ist essenziell, um die Ausgabendynamik in den Griff zu bekommen. Die Sozialausgaben sind in Österreich seit 2000 um 10 % schneller gewachsen als das BIP. Die Regierung sollte die aktuell sehr gute Konjunktur nutzen und sich Spielräume erarbeiten, gerade wenn gegen Ende der Legislaturperiode im Jahr 2020 eine Steuerreform umgesetzt werden soll, meinen Ökonomen.