VfGH: Sozialversicherungs-Organisationsreform auf Tagesordnung der Oktober-Session 2019

Gegen die im Dezember 2018 verabschiedete Organisationsreform der österreichischen Sozialversicherung wurden beim VfGH insgesamt dreizehn Anträge auf Gesetzesprüfung eingebracht. Antragsteller sind die SPÖ-Bundesratsfraktion, die Kärntner, Oberösterreichische, Steiermärkische und Tiroler Gebietskrankenkasse, die Betriebskrankenkassen voestalpine Bahn­systeme, Kapfen­berg, Zeltweg und Mondi, die Arbeiterkammern Tirol und Vorarlberg, der Betriebsrat der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse, der Österreichische Seniorenrat, das Landesgericht Linz als Arbeits- und Sozialgericht, mehrere Versicherte sowie 113 Mitglieder der Bundeskammer für Arbeiter und Angestellte, die in die Verwaltungskörper von Sozialversicherungsträgern entsendet worden sind.

Die Anträge richten sich vor allem gegen die Vereinigung der Gebietskrankenkassen und der Betriebskrankenkassen zur Österreichischen Gesundheitskasse, die Neugestaltung der Verwaltungskörper der Sozialversicherungsträger, die Einführung eines Eignungstests für die Mitglieder dieser Verwaltungskörper, die Neuregelung der staatlichen Aufsicht über die Sozialversicherungsträger sowie die Zusammenführung der Prüfung lohnabhängiger Abgaben und Sozialversicherungsbeiträge beim Bundesministerium für Finanzen. Die Antragsteller sehen in diesen Neuregelungen insbesondere einen Verstoß gegen die verfassungsrechtlichen Grundsätze der Selbstverwaltung.

Ob die gegen die Reform vorgetragenen Bedenken begründet sind, ist Gegenstand der Beratungen der am 23. 9. 2019 beginnenden Oktober-Session 2019 des VfGH. Zur weiteren Klärung der Rechtssache führt der VfGH am Dienstag, 8. 10. 2019, 10.00 Uhr, eine öffentliche mündliche Verhandlung durch. Eine allfällige Fortsetzung ist für Mittwoch, 9. 10., 9.00 Uhr, in Aussicht genommen.

⇒   Zur Pressemitteilung des VfGH.